Vietnam Bildung

AUSZUG AUS DR. OLIVER MASSMANNS INVESTITIONSRATGEBER FUER VIETNAM

TEIL 6/ - ALLGEMEINER UEBERBLICK UEBER ATTRAKTIVE SEKTOREN FUER INVESTITIONEN IN VIETNAM –

(D)                 BILDUNG IN VIETNAM

Dieser Inhalt ist Teil der 16. Auflage des Investitionsratgebers fuer Vietnam von Dr. Oliver Massmann

© Dr. Oliver Massmann 2017

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Datum: Dezember 2017

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(D)                 BILDUNG IN VIETNAM

1.1.11 Bildung

Der Bereich der Ausbildung ist für die Entwicklung der Wirtschaft Vietnams von entscheidender Bedeutung. Das Niveau der Ausbildung vieler Vietnamesen hat sich erheblich verbessert. Eine maßgebliche Rolle hat hierbei die Entwicklung der allgemeinen Beziehungen zwischen Vietnam und Ländern mit führenden Bildungseinrichtungen gespielt.

Im Jahr 2016 waren beispielsweise ca. 20. 000 vietnamesische Studenten an Universitäten in Australien eingeschrieben. Zudem gibt es eine zunehmende Zahl australischer Bildungseinrichtungen in Vietnam, die entweder autark oder in Partnerschaft mit lokalen Institutionen arbeiten. Da sich Deutschland aus internationaler Sicht, sowohl durch eine qualitativ hochwertige als auch erschwingliche Bildung auszeichnet, bieten sich hier für Investoren neue Möglichkeiten.

Unter der AANZFTA besteht in Vietnam nunmehr eine Ausbildungspflicht. Insgesamt zeigt die Regierung ein großes Engagement um das Ausbildungssystems in Vietnam zu verbessern.

In ihrem sozioökonomischen Entwicklungsplan 2015-L0 steckte sich die Regierung ehrgeizige Ziele, um die Hochschulbildung zu fördern: Die Errichtung privater Ausbildungsinstitutionen, Förderung der Ausbildung, Zusammenarbeit mit qualitativ hochwertigen Ausbildungssystemen ausländischer Institutionen und die Förderung eines bestimmten Qualitätsniveaus. Problematisch ist hieran aber, dass noch immer erhebliche Qualifikationsdefizite vorhanden sind.

Seit Beginn des Jahres 2016 gab es in Hanoi eine Reihe positiver Entwicklungen:

Die Regeln für die Vergabe von Stipendien für Auslandsstudien wurden transparent und nicht diskriminierend ausgestaltet. Das MOET hat die Kriterien und Informationen über die Vergabe der Stipendien auf seine Webseite eingestellt. Zudem arbeitet Vietnam an Verbesserungsvorschlägen zur Erleichterung der Einladung ausländischer Gastprofessoren an den vietnamesischen Bildungsstätten.

Durch die Ausgabe von MOLISAs Rundschreiben 08-2008 zur Durchführung des Decree 34, wurde die Erlangung einer Arbeitserlaubnis für Ausländer in Bereich Hochschulbildung vereinfacht.
Positiv zu bewerten ist auch, dass es Verbesserungen im Rahmen der Übertragbarkeit lokaler, als auch internationaler Abschlüsse gab, die aber noch weiter ausgebaut werden.

Diese Verbesserungen schaffen offensichtlich einen Beitrag zur Errichtung günstiger Bedingungen für den privaten Sektor, um wirksam in die allgemeine und berufliche Bildung zu investieren. Allerdings sind noch eine Reihe kritischer Fragen zu klären:

Nach Decision No. 7 des Premierministers über die Bedingungen und Verfahren für die Einrichtung, Aussetzung des Vollzugs, Fusion, Spaltung und Auflösung der Universitäten  müssen die Bedingungen für die Errichtung von Hochschulen einerseits gewisse akademische und im öffentlichen Interesse liegende Mindestanforderungen erfüllen. Andererseits gibt es jedoch auch unrealistische Voraussetzungen, wie etwa das Erfordernis der Vorlage eines Campusmasterplans, der für gewöhnlich in so einem frühen Stadium noch nicht entwickelt ist. Insofern müssen die Voraussetzungen zur Erlangung einer "einfachen Lizenz" (Verhinderung von Betrug und Gesetzlosigkeit und ein Minimum an Realisierbarkeit) noch verbessert werden. Zudem kann das MOET eine Lizenz im Nachhinein widerrufen. Hier wird es notwendig sein, in der Praxis nicht zu strenge Anforderungen an die Bewertung der Ausbildungseinrichtung zu stellen.

Die Entscheidung setzt ferner voraus, dass die Einrichtungen einer Universität mit dem nationalen Universitätsnetzwerk Masterplan im Einklang stehen. Allerdings soll mehr Flexibilität für die nicht öffentlichen Universitäten bestehen, wenn sie sich selbst finanzieren und die Risiken ihrer Anlageentscheidungen selbst tragen. 

Problematisch ist im Allgemeinen auch, dass die privaten Universitäten in der Öffentlichkeit herabgewürdigt werden und keinen besonders guten Ruf genießen. Vor kurzem gab es eine Reihe von Artikeln, die schlechte Qualität und Ausstattung der Hochschulen kritisiert haben. Zudem wurde dargelegt, dass es in Vietnam zu viele Universitäten gäbe, weshalb neue Einrichtungen nicht gefördert werden sollten. 

Dem kann allerdings entgegengehalten werden, dass die Anzahl der in Vietnam eingeschriebenen Studenten im Vergleich zur relativ jungen Bevölkerung und zu anderen Ländern wie Thailand oder China noch gering ist. Vietnams Agenda zur Erhöhung der Ausbildung (Higher Education Reform-Agenda (HERA) 2006 – 2020) sieht im Bereich der Hochschulbildung ein weiteres Wachstum vor und erwartet, dass sich die Anzahl der Auszubildenden bis 2020 verdreifachen oder vervierfachen wird. Insoweit stellt die hohe Anzahl der Ausbildungsstätten kein Problem dar. Verbesserungswürdig sind vielmehr Qualität und Management.

Um die Bildung des internationalen Standards zu erhalten, muss Vietnam die Standardbildung der vietnamesischen Institutionen verbessern. Die effecktive Ausfuehrung der nationalen Qualifikationsrahmengebung wird allen Bildungsschichten und vor allem TVET einen grossen Vorteil bringen. Die Ausfuehrung des Decree wird ein grosser Meilenstein in der Bildung Vietnams sein und demonstriert das grosse Bestreben der Regierung, die Bildung zu verbessern.

Schließlich gibt es einen Entwurf einer Verordnung über die Zusammenarbeit und Investitionen im Bereich Berufsausbildung mit ausländischen Partnern, der von der EWG und dem MOET stammt und derzeitig noch überarbeitet wird.

Zumal die Bildung einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung von Vietnams Wirtschaft spielt, bieten sich auch hier für Investoren interessante Möglichkeiten, um Austauschprogramme oder selbständige private Hochschulen zu etablieren.

Bitte kontaktieren sie den Autor Dr. Oliver Massmann, Co-Generaldirektor von Duane Morris unter omassmann@duanemorris.com wenn Sie Fragen zu dem oben erläuterten Inhalt haben.

VIELEN DANK!

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