Verein des Wissens Häuser aus den 80er und 90er

Häuser aus den 80er und 90er

Häuser aus den 80er-Jahren

Der Konkurrenz- und Kostendruck zwingt noch heute die Firmen zum schnellen und einfachen Bauen. Das hat für Sie als Käufer insofern den Nachteil, dass häufig keine Zeit mehr bleibt, das Haus dauerhaft austrocknen zu lassen. In einem Haus in Massivbauweise werden ca. 60.000 Liter Wasser verarbeitet. Bedenkt man, dass zwischen Grundsteinlegung und Einzug kaum mehr als 8 Monate vergehen, dann muss man sich fragen, wohin fließt das Wasser?

Es bleibt weitestgehend im Haus und dünstet mit den Jahren aus. Da wir Menschen aber auch aus Wasser bestehen und gleiches immer wieder abgeben, entsteht somit im Haus ein Wasserpotenzial, was sich leider nicht so schnell abbaut. Die Folge sind Schimmelbildungen im gesamten Haus. Das wiederum ist sehr gesundheitsschädlich. 

Dieses Problem kannte man vor einhundert Jahren nicht. Denn damals war es nur reicheren Leuten vorbehalten, ein Haus zu bauen. Da spielten die Kosten keine Rolle. Nachdem das Haus fertig gestellt war, ließ man erst das Gesinde einziehen. Die sollten das Haus für zwei Jahre trockenwohnen. Das ist wirklich kein Scherz! Trockenwohnen hieß in diesem Zusammenhang, dass die armen Menschenseelen die Feuchtigkeit aus dem Haus durch ihre körperliche Anwesenheit entzogen. Dieser Prozess war in aller Regel nach zwei Jahren abgeschlossen, das Gesinde konnte mit rheumatischen Erkrankungen nunmehr das Weite suchen und Herr und Frau Großmannssucht zogen ein.

Heute ist das nicht nur aus humanitären Gründen unmöglich. Die meisten Menschen können das Trockenwohnen nicht bezahlen. Denn ein fertiges Haus kostet Zinsen, während man ja selber noch für die Phase des Trockenwohnens, also immerhin zwei Jahre, zur Miete wohnt. Diese Doppelbelastung können aber die allerwenigsten tragen. Aus diesem Grund ziehen die meisten Menschen sehr schnell in ein fertig gestelltes Haus ein. 

Teilweise werden heute Häuser aus den 80er-Jahren angeboten, die noch immer mit Pilzen belastet sind. Am besten messen Sie mit einem entsprechenden Gerät die Raumluftbelastung. Das bietet sich an, weil in diesen Jahren ebenfalls mit sehr schadstoffhaltigen Materialien gearbeitet wurde. Teppiche, Holzböden und sonstige Werkstoffe dünsten aus und geben gesundheitsschädliche Dämpfe ab. Noch nie war deshalb die Allergierate der Menschen so hoch wie in dieser Zeit. Viele dieser gesundheitlichen Störungen lassen sich eben auf schadstoffhaltige Baustoffe zurückführen.

Häuser aus den 90er-Jahren 

Auch wenn wir uns noch sehr gut an die 90er-Jahre erinnern, so darf man nicht vergessen, dass Häuser, die im Jahre 1990 gebaut wurden, heute bereits mehr als 15 Jahre alt sind und durchaus schon zum Kauf angeboten werden. Doch wir haben es zu Beginn dieses Jahrzehnts mit einer außergewöhnlichen Situation zu tun. Würden wir uns nur der Bauphysik widmen, darf schon unterstellt werden, dass hier fast nur noch „reine“ Baumaterialien verwendet wurden, weil die gesetzlichen Auflagen sehr streng waren. Diese Probleme hatte man also in den Griff bekommen, andere dafür weniger, auch wenn wir uns hier nicht als Statiker aufspielen möchten.

Wir haben Baustellen gesehen, da wurde morgens die Betonplatte gegossen und schon am nächsten Tag die Außenmauer hochgezogen. Keine zehn Tage später war dann Richtfest. Wer einmal im Leben einen normalen Kalksandstein in die Hand genommen hat, weiß, welches Gewicht der einzelne Stein hat. Sie können sich dann einfacher vorstellen, wie viel Kilo eine Wand wiegt. Und eine solche Wand wurde auf eine Betonplatte gesetzt, die noch keine 24 Stunden alt war.

Setzrisse und schiefe Wände waren die Folge. Die Gefahr der 90er-Jahre-Immobilien liegt also darin, dass Sie auf eine Immobilie treffen, die sprichwörtlich mit der heißen Nadel gebaut wurde. Die besten Baumaterialien machen Sie nicht glücklich, wenn deren Verarbeitung nicht richtig war. Schauen Sie bei diesen Häusern also genauer hin und nehmen Sie einen Experten an die Hand, der ein Gutachten erstellt, wenn Sie Zweifel an der Werthaltigkeit hegen.  

Egal für welches Haus Sie sich auch entscheiden: Es ist wichtig, dass Sie Ihr Wunschobjekt ganz genau unter die Lupe nehmen. Der Verkäufer ist nicht verpflichtet, auf jeden Mangel des Objektes hinzuweisen. Fehler, die man bei der Besichtigung mit eigenen Augen feststellen kann, fallen nicht unter die Aufklärungspflicht! Oft ist es aber so, dass viele Laien überfordert sind, auf die Details zu achten. Diese Unwissenheit bezahlen sie nicht selten mit teuren Renovierungskosten. Wer wirklich keine Ahnung hat, sollte einen Experten hinzuziehen und ihn mit der Begutachtung der Immobilie betrauen. 

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