Verein des Wissens, Bankenarithmetik

Bankenarithmetik (eine Bericht von Volker Duchrow)

Bei monatlich etwa 1000 Zwangsversteigerungen stellt sich die Frage, warum gehen die Kreditinstitute (KI) nicht insolvent, wenn ihnen soviel Geld entgeht?

Warum betreiben die Kreditinstitute die Zwangsversteigerung schneller, als es das BGB erlaubt?

Die Erklärung dafür soll eine Rechnung geben, die selbst nur wenigen Mitarbeitern der Kreditinstitute bekannt ist (meist nur drei Vorstandsmitgliedern eines KI). Ein solcher Vorstand einer großen deutschen Bank hat mal aus dem Nähkästchen geplaudert. Die Grundschulden der Hauskredite werden an andere KI verkauft, meist abgestuft in 10% Schritten, bis etwa 60 % der ursprünglichen Kreditsumme. Das rechnet sich für die anderen KI auch, weil sie für das gleiche Darlehen eben auch frisches Geld von der EZB erhalten (als Kredit mit geringsten Zinsen).

Ein Beispiel:
Ein KI gewährt ein Grundschulddarlehen von 200.000 € für den Bau eines Einfamilienhauses (EFH). Nach 10 Jahren kündigt sie das Darlehen, warum, sei hier einmal nicht entscheidend.Das EFH wird zwangsversteigert. Welche finanziellen Auswirkungen ergeben sich daraus für die Grundschuldgläubigerin, also für das KI? Welche Gelder kann sie jetzt generieren?

Sie erzielt folgende Einnahmen:

1. Verkauf der Grundschuld an ein anderes KI zu 90% der Kreditsumme                        180.000 €

2. Kreditnehmer hat in 10 Jahren gezahlt 1.300 € monatlich                                             156.000 €

3. 70 % aus der Kreditausfallversicherung                                                                        140.000 €

4. Erlös aus der Zwangsversteigerung (durchschnittlicher Erfahrungswert)                     130.000 €

Gesamteinnahmen des KI                                                                                                606.000 €

Die KI erhalten von der EZB für vergebene Kredite neue Darlehen, die in der Regel das 10- bis 12-fache der Kreditsumme betragen, um damit wiederum neue Darlehen zu vergeben.

Was bedeutet das nun für den KI-Kunden? In erster Linie Unsicherheit, denn wenn das KI seine gewährten Darlehen mit einer Kreditkündigung verdreifachen kann, welches Interesse sollte es dann noch an den Annuitäten (Zins- und Tilgungszahlungen) haben?

Wir wissen nun auch, warum die KI so viele Zwangsversteigerungen gerne und schnell betreiben und warum so zügig dann auch die Wertberichtigung im KI erfolgt. Es wirkt sich positiv auf die Bilanz aus, weil ein Baukredit von 200.000 € für 5 KI insgesamt 8 Mio € neue Kreditgelder aus der EZB-Kasse in die eigenen Kassen spült!

Private Baukredite dienen den Banken eigentlich nur dazu, um frisches Geld von der EZB zu erhalten. Damit können dann wiederum neue Darlehen vergeben werden, von denen dann auch die Industrie profitiert. Deshalb wird diesen Mechanismen auch kein Riegel vorgeschoben.

Und wie beeinflusst dieser Mechanismus wohl die Rechtspfleger an den Vollstreckungsgerichten, die über die Zwangsversteigerung zu befinden haben?

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