Mobile Werbung mit Beacons

Beacons – Push-Nachrichten in Offline-Shops

Mobile Werbung scheint dieser Tage als der große Heilsbringer gehandelt zu werden. In diesem Bereich macht die Technik mit einer schier endlos erscheinenden Fülle an Innovationen und Anwendungsmöglichkeiten zur Zeit wohl die größten Sprünge. Und so ist es auch kein Wunder, dass dieser Bereich die Fantasie der Werbetreibenden und Verkäufer befeuert. Befeuern ist in diesem Falle sogar wörtlich zu nehmen, geht es doch um sogenannte Beacons (was man am ehesten mit Leuchtfeuer oder Leuchtturm übersetzt), die in Offline-Shops den Absatz ankurbeln sollen.

Leuchttürme in einem Geschäft? Navigationssysteme für Kaufwütige?
Ja und ja. Aber was steckt dahinter? Beacons sind im Grunde genommen nichts weiter als kleineBluetooth-Sender mit kurzer Reichweite und der Fähigkeit, Nachrichten an mobile Endgeräte zu versenden. Klingt erst einmal nicht sonderlich interessant, bis man einmal über die Anwendungsmöglichkeiten dieser Kommunikationsform nachgedacht hat.

Ein Beispiel: Betritt ein Kunde ein Ladenlokal, kann er mit Hilfe eines Beacons eine Nachricht auf sein Handy geschickt bekommen, die ihn einfach nur begrüßt oder ihn mit Sonderangeboten, Aktionen oder anderen Informationen versorgt. Die Reichweite dieser Kommunikation lässt sich hierbei in unterschiedlichen Abstufungen von 30 Metern bis herunter zu 50 Zentimetern regeln. So kann ein potenzieller Kunde beim Vorbeischlendern zunächst von außen mit einer Nachricht überhaupt erst in das Geschäft gelockt werden, um dann später eine weitere Nachricht zu erhalten, sobald er unmittelbar vor dem beworbenen Aktions-Produkt steht.
Es handelt sich hierbei also gewissermaßen um eine getimte SMS, die exakt an dem Ort den Empfänger erreicht, an dem der Shop-Leuchtturm-Betreiber es wünscht. PayPal möchte über Beacons sogar gleich die Bezahlung abwickeln. Push-Nachrichten und Micro-Payment.
Soweit – so genial.

Einige werden jetzt schon händereibend ihre Kunden vor Augen haben, die wie Marionetten von unsichtbarer Hand in und durch ihren Laden bis zur Kasse gezogen werden und an der Kasse bezahlen, ohne genau zu wissen, wie sie da überhaupt hingekommen sind.
Wie schon gesagt: Beacons können befeuern. Aber vor diesen Traum hat die Realität ein paar Klippen gesetzt, die es zu umschiffen gilt.

Die Realität
Wie so vieles ist natürlich auch diese Technik mit ein paar Fallstricken und Tücken behaftet, zu sehen am Beispiel Apple.
Mit iOS 7 hatte Apple erstmals seine Geräte mit dieser Technik (Apple nennt sie iBeacon) ausgestattet und erste Shops damit ausgerüstet. Hier stand allerdings eher die Marketing- und nicht die Bezahlfunktion im Vordergrund. Trotz der relativ technikaffinen Zielgruppe war das Echo der Kunden bislang relativ verhalten: Zum einen sind doch noch längst nicht alle Geräte mit dieser Technik ausgestattet und zum anderen muss der Kunde diese Art der Befeuerung auch wollen.
Viele andere Unternehmen erproben momentan den Einsatz dieser Technik und halten sich mit Erfolgs- oder Misserfolgsmeldungen noch zurück.

Folgende Sicherheits-, Einsatz- und Verhaltensbarrieren gilt es momentan zu umschiffen:

  • die Geräte müssen „Beacons“-fähig sein
  • die mit Beacons zu erreichenden User müssen Bluetooth eingeschaltet haben
  • je nach Gerät und verwendetem OS müssen die Kunden dieser Art von Kommunikation zugestimmt haben
  • vom Betreiber dürfen nicht zu viele Nachrichten auf den Kunden losgelassen werden,
    sonst droht Spam-Gefahr und die Vertreibung des Kunden aus dem Shopping-Paradies
  • die Art der Nachrichten müssen den Aufwand des Users (Herausholen des Gerätes, Einschalten von Bluetooth, Starten einer App) rechtfertigen
  • und der Kunde muss erst an die neue Kommunikationsform gewöhnt werden bzw. überhaupt von ihr wissen.

Navigation mit Leuchtfeuer oder doch eher Stochern im Nebel?
Grundsätzlich klingen die Möglichkeiten dieser Technologie interessant, allerdings wird nur die Zeit zeigen, ob die Verbraucher diese Entwicklung auch mitmachen werden. Es muss in jedem Fall individuell abgewogen werden, welche Zielgruppe momentan überhaupt angesprochen werden kann und welche Benefits den Aufwand rechtfertigen.

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