Die Durchgriffshaftung! Der Tod für jeden Geschäftsführer und Gesellschafter

Kommen wir nun zu dem wahrscheinlichst langweiligsten und uninteressantesten Thema, was die Aufmerksamkeit der Unternehmer und Selbständigen gegen NULL fallen lässt. Warum?

Nun, Unternehmen tun das gerne ab, in dem Sie etwas arrogant sagen:…”mir passiert schon nichts”…”ich mache genug Umsätze”…”ich habe genug Reserven”…

Bei der Haftungsminimierung verweisen ebenso die doch erfolgreichen Unternehmer immer gerne auf ihre GmbH - Gesellschaft mit beschränkter Haftung - und befinden sich in der Annahme, dass diese völlig ausreiche und die Haftung abfängt, wenn denn mal etwas schief läuft.

Nun, für sich betrachtet und ganz theoretisch können wir dem zustimmen. In der Praxis trennt sich dann doch die Spreu vom Weizen oder besser gesagt, die Praxis obsiegt.

Und wenn wir dann nachfragen, wer ihm denn zu der Rechtsform GmbH geraten habe, erhalten wir zu 80% immer die gleiche Antwort: mein Steuerberater!

Das nennt man dann wohl Fehlberatung! Oder auch: nicht richtig über die Risiken aufgeklärt worden. Aber das ist für den Steuerberater einfach, da er ja im Falle eines Falles nicht haften muss. Die Suppe müssen immer SIE auslöffeln.

Wir empfehlen in solchen Angelegenheiten immer einen Experten in Sachen Rechtsformen zu konsultieren und SELBER auch das Kleingedruckte lesen.

Dann würden Sie mit Sicherheit über den Begriff Durchgriffshaftung stolpern. (weiter unten finden Sie eine genauere Erklärung dazu)

Auch würden Sie über die Thematik stolpern, dass wenn Sie eine Finanzierung am laufen haben (Firmenkredit) und Sie als Geschäftsführer oder auch Gesellschafter privat mitunterschreiben (die Banken verlangen das schon mal gerne), dass Sie dann erledigt sind.

Und wenn auch noch Ihr(e) Lebensgefährte (in) mit unterschrieben hat (die Banken verlangen das auch schon mal gerne), dann sind Sie UND Ihr(e) Lebensgefährte (in) erledigt.

Auch würden Sie über folgendes Szenario aufmerksam werden:

Laut § 43 Abs. 1 GmbHG hat der Geschäftsführer die Aufgaben und Pflichten der Gesellschaft mit der Sorgfalt eines Geschäftsmanns wahrzunehmen. Er muss den Gesellschaftszweck fördern und Schaden abwenden. So steht es geschrieben. 

Wenn Sie z.B. als Geschäftsführer einen Vertrag abschließen, von dem Sie

ausgehen, dass dieser Vorteile für die Gesellschaft bringt, dieser sich aber eher zum

Nachteil entwickelt, dann hat das negative Folgen für Sie als Geschäftsführer und Sie sind im Falle des Falles haftbar zu machen. Obwohl Sie vielleicht für die negative

Entwicklung gar nichts konnten.(Marktlage hat sich verändert, ihr Vertragspartner ist insolvent geworden oder sie verloren einen großen Gerichtsprozess, der negative Auswirkungen auf den Vertrag hat, andere Gesetzeslage usw.)

Wir verstehen - alles nur Theorie? Wohl kaum, denn in der Praxis sieht das ganze doch etwas schlimmer aus.

Auch hier, bei der Haftungsminimierung für Unternehmer, können Sie nur im Vorfeld die Weichen so stellen, dass wenn mal was passiert, dass letztendlich nichts passiert und Sie nur mit dem Schrecken davon kommen.

Hier haben wir noch eine kleine FAQ-Liste für Sie zusammengestellt, mit denen Sie sich aber auseinander setzen sollten:

Wer haftet für Verbindlichkeiten einer GmbH?

Leider ist oft die allgemeine Annahme, dass die Stammeinlage einer GmbH für die Verbindlichkeiten einer Gesellschaft haftet. Allerdings ist das nicht ganz richtig, denn laut § 13 Abs. 2 des GmbHG haftet die Gesellschaft mit Ihrem gesamten Gesellschaftsvermögen für Verbindlichkeiten.

Für was haftet der Geschäftsführer überhaupt?

Der GmbH Geschäftsführer haftet generell für: Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt (während seiner Amtszeit) und Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern. Ebenfalls haftet er gegenüber den Gesellschaftern und der Gesellschaft sowie auch für Lohnsteuerschulden und wegen unerlaubter Handlung. Selbst vor der Eintragung der GmbH ist der Geschäftsführer haftbar zu machen.

Handelt der Geschäftsführer gesetzwidrig, wie z.B. bei:

Insolvenzverschleppung, Betrug, Umsatzsteuerschulden, Gläubigerbenachteiligung oder Bankrott wird der Geschäftsführer ebenfalls haftbar gemacht.

Haftet der Geschäftsführer für Bürgschaften?

Sobald der Geschäftsführer und Gesellschafter sich selbständig vertraglich für diese Bürgschaft verpflichten sind sie in der Haftung. Generell ist zu unterscheiden zwischen der Haftung gegenüber der Gesellschaft selbst, die im Regelfall erst dann zum Tragen kommt, wenn ein Insolvenzverfahren eröffnet wird, und der Haftung gegenüber Dritten, die von diesen jederzeit geltend gemacht werden kann.

Was versteht man unter einer Durchgriffshaftung?

Durchgriffshaftung bedeutet, dass die Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft in bestimmten Fällen unbeschränkt, persönlich und gesamtschuldnerisch mit ihrem Privatvermögen für Verbindlichkeiten der Gesellschaft haften müssen, sofern das Gesellschaftsvermögen nicht ausreicht. Dies ist geregelt im HGB § 128. Es findet dann in den meisten Fällen §823 BGB seine Anwendung.

Erfahre, was Gesellschafter und Geschäftsführer unbedingt in einer Krise tun sollten!

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