Die Brücke von Andau

Die Gemeinde Andau an der ungarischen Grenze im schönen Burgenland war im Jahre 1956 Schauplatz einer Flüchtlingstragödie.


Als im Spätsommer 1956 in Ungarn ein Volksaufstand ausbrach, wurde dieser Anfang November von den Russischen Truppen niedergeschlagen, in der Folge flohen 200.000 Ungarn ins Ausland:

Die kleine "Brücke von Andau" war damals für viele Ungarn der letzte mögliche Weg in die Freiheit.

In Andau selbst wurden in Schulen, Kindergarten, Kino und sonstigen öffentlichen Gebäuden Auffanglager eingerichtet, wo die Flüchtlinge betreut wurden und ein paar Tage später in größere Lager des Landes verteilt wurden.

Insgesamt sollen 70 bis 80.000 Menschen über diese in damaliger Zeit unscheinbare Brücke über den Einserkanal, der eigentlich für die Bauern zum einbringen von Ihrem Heu und Holz auf ungarischer Seite gedacht war über die Grenze gekommen sein.

Am 21. November 1956 wurde die Brücke schließlich von Ungarischen und Russischen Grenzposten gesprengt und trotzdem kamen bis Weihnachten noch unzählige Flüchtlinge  über die zerstörte Brücke frierend und durchnässt in Andau an.

Diese Brücke war eigentlich gar nicht in Andau, auch nicht daneben, aber man kannte sie in ganz Ungarn als die Brücke von Andau und so strömten Tausende Flüchtlinge zu Ihr nur mit einem Bündel auf der Flucht vor den Russen zu dieser belanglosen Brücke in die Freiheit zu gelangen.

Heute ist die Brücke von Andau nicht nur ein Denkmal das an die damalige Zeit des geteilten Europas erinnert, sondern auch Symbol für Hilfsbereitschaft, Toleranz und Zusammengehörigkeit über alle politischen Grenzen hinweg.

An der etwa 10 Km langen Fluchtstraße nach Andau haben Künstler aus aller Welt mit Ihren Skulpturen eine einmalige Freiluftgalerie erschaffen.
Kurz vor Weihnachten 1956 kam der spätere US-Präsident Richard Nixon, damals als Flüchtlingsbeauftragter der US-Regierung nach Andau um sich ein Bild Vorort zu verschaffen, die Andauer Bevölkerung war damals im Dauereinsatz.

Diese unscheinbar kleine Brücke bei Andau wurde schließlich für ein paar Wochen zu einer der wichtigsten Bücken der Welt.

Der Amerikanische Autor James Michener würdigte die Österreichische Hilfsbereitschaft in seinem Roman:

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