Der Neusiedler See

Der Neusiedler See - Ein Weltkulturerbe des besonderen Art

Der Neusiedler See ist ein sogenannter Steppensee. Dadurch schwanken die Wasserstände teilweise stark bei vielen Niederschlägen oder Trockenheit. Der See liegt am Nord-Ost-Rand der Alpen und der kleinen Ungarischen Tiefebene und dem Seewinkel.
Der größte Teil ist auf österreichischem Staatsgebiet und ein kleiner Teil im Süden gehört zu Ungarn. Die reine Fläche beträgt im Durchschnitt 285km², 220km² davon in Österreich und 65km² in Ungarn. Vom Nordufer bis zum Südufer beträgt die maximale Ausbreitung ungefähr 34 Kilometer.
Der Neusiedler See ist also ein gewisser Riese unter den europäischen Binnengewässern. Sogar die Erdkrümmung kann an ihm wahrgenommen werden. Wenn man an einem Ende nah über dem Boden in die andere Richtung schaut, kann man die Wasseroberfläche nicht mehr sehen. Ähnlich wie bei einem Binnenmeer ist der See aufgeteilt in verschiedene Gebiete und beherbergt eine Vielzahl an unterschiedlichen Tieren und einzigartiger Vegetation.
Die Wasserqualität wird seit den siebziger Jahren regelmäßig überwacht und ist entsprechend gut. Die Strömung verläuft im Uhrzeiger-Sinn und ist nicht zu sehr durch den Wind beeinflusst. Allerdings sagen Experten und Wassersportler, dass die Wellen des Sees höher seien und in gewisser Weise wilder, als die anderer Steppenseen.
Durch das relativ flache Wasser ist der See im Sommer schnell angenehm war und kann an guten Tagen bis zu 30 Grad erreichen. Das macht den Neusiedler See natürlich besonders interessant für Urlauber, die Entspannung an einem Strandstück suchen und für Wassersportler. Aber auch Naturliebhaber kommen auf ihre Kosten. 

Umgeben von einem dichten Schilfgürtel 

Eines der größten zusammenhängenden Schilfgebiet in Europa umgibt den Neusiedler See. In diesem Lebensraum entfaltet sich die einzigartige Tierwelt blendend. Der Schilfbewuchs ist an einigen Stellen bis zu 5 Kilometer breit und so gibt es nur wenige Stellen, an denen sich ein Strandleben entwickeln konnte.
Dies ist in Podersdorf der Fall, denn dort gibt es einen Abschnitt von 2 Kilometern Länge, der nicht mit Schilf bewachsen ist. Man kann es sich hier aber nicht nur in der Sonne liegend gut gehen lassen. Allerdings laden die mehr als 2000 Sonnenstunden pro Jahr geradezu zum Sonnenbaden ein.
Ein wichtiger weiterer Standortfaktor ist die Natur. Seit dem 13. Dezember 2001 befindet sich die Landschaft des Neusiedler Sees auf der Liste des Weltkulturerbes. Die UNESCO hebt in ihrer Begründung den "außergewöhnlicher Wert für die gesamte Menschheit" dieser einmaligen Kulturlandschaft hervor. Der Hauptbestandteil dieses Weltkulturerbes ist das Biosphärenreservat "Neusiedler See-Seewinkel", sowie der den See umgebende ausserordentliche Schilfgürtel und die Altstadt von Rust.
Seewinkel zum Beispiel ist ein Gebiet östlich des Sees im österreichischen Burgenland. Seinen Namen hat das wunderschöne Stück Landschaft, das durch seine Sümpfe geprägt ist, von der eigenen Lage. Der See biegt sich nämlich wie ein Löffel um seine Mitte. Nord- und Südspitze zeigen in gewissem Sinne nach Osten und bilden so einen Winkel, den Seewinkel. 

Eine Natur, die besticht durch ihre Vielfalt 

Das Hauptaugenmerk liegt natürlich beim Schilf. Daneben allerdings finden sich in den weitläufigen Flächen rund um den See viele Gräser und die salzigen Böden befördern das Wachstum von Salzpflanzen, wie der Salzkresse oder der Strand-Aster. Ausserdem finden sich verschiedene Arten von Orchideen, die hier einen geeigneten Lebensraum haben.
Seit der See 1993 einen Nationalpark bekommen hat, ist die Zahl der Vogelarten enorm gestiegen. Bis zu 300 verschiedene Vögel leben um, am oder im See. Wie man es nimmt. Man kann Silberreiher, Graureiher oder Weißstörche beobachten, dazu gesellen sich je nach Jahreszeit Seeadler und Graugänse, um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Im Wasser selbst befinden sich Hechte und Zander sowie andere große Speisefische, am Ufer, im Schilf und Gesträuch, leben Reptilien, wie Kröten und Frösche und über den Wiesen summen die Insekten. Schmetterlingsliebhaber kommen von weit her um die über 1500 nachgewiesenen Arten zu bewundern. Das nur als kleinen Exkurs. Die Artenvielfalt ist kaum in Berichte zu fassen. Leichter schon ist es den Sportbegeisterten einen Weg zu weisen. 

Ob Wandern, Nordic Walken oder Radfahren: Hier geht es sportlich zu

Es gibt für jeden Langstreckensportler das Richtige. Auch der Wassersport kommt natürlich nicht zu kurz. Der Wind ist frisch und kann über der großen Fläche des Sees hervorragende Geschwindigkeiten erreichen.
Auf 39 Radwegen, die eine Gesamtstrecke von 1000 Kilometern haben, kann man das Land und die Leute rund um den Neusiedler See entdecken. Die teils hügelige Landschaft kann mit einem Kraftsparenden Elektro-Fahrrad durchquert werden. Am bekanntesten ist wohl der sogenannte Neusiedler-See-Radweg.
Neben Fährschiffen, mit denen man einfach von einer Seite des Sees zur anderen gelangt, gibt es auch einen ausgeklügelten Touren-Guide. Die Tourismuszentrale des Sees ist hervorragend ausgestattet und bietet sowohl online als auch vor Ort tolle Beratung und Ideen für Jung und Alt.
Beim Wassersport ist es nicht anders. Die Windstatistiken des Sees haben in Wien das Sprichwort umgehen lassen, dass es sich um das "Meer der Wiener" handelt. Passionierte Segler, Surfer und andere Wasserratten finden hier einen weiten Horizont und brausende Wogen vor, die sonst so in der Gegend schwer zu finden sein dürften.

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