Das Schloss Schönbrunn in Wien

Schloss Schönbrunn: Die mit Abstand beliebteste Sehenswürdigkeit in Wien. Hier geben sich Touristen aus aller Welt ein Stelldichein.

Leicht zu finden, nicht zu Übersehen.

Das Schloss liegt im 13. Wiener Gemeindebezirk Hietzing, welches man über die U-Bahnlinie U4 problemlos erreichen kann. Der Name des Schlosses geht auf den von Kaiser Matthias ausgerufenen Spruch zurück. Besagter Kaiser soll dort im Jahr 1619 auf der Jagd einen artesischen Brunnen „entdeckt“ und daraufhin ausgerufen haben: „Welch’ schöner Brunn“. 

Geschichte von Schönbrunn

Die Geschichte des Schlosses reicht bis ins Mittelalter zurück. Seit Beginn des 14.Jahrhunderts wurde das gesamte Anwesen als „Katterburg“ bezeichnet. Im Jahr 1576 kam das Anwesen, in den Besitz Rudolphs II., der die Anlage selbst jedoch nie besuchte. Erst der darauffolgende Kaiser Matthias nutze das rießige Areal wieder zum Jagen und gab dem Schloss seinen heutigen Namen.

Die Bezeichnung Katterburg

Das eigentliche Schloss wurde aber unter der Witwe Ferdinands II., Eleonora Gonzaga erbaut. Sie war es, die zur noch bestehenden Katterburg ein Beiwesen erbauen ließ. Die zweite Türkenbelagerung im Jahr 1683 hinterließ auch am Schloss seine Spuren. Kaiser Leopold I., der seit 1686 im Besitz des Schlosses war entschied sich, Schönbrunn dem Thronfolger Joseph zu überlassen und für diesen einen Neubau zu errichten. Daraufhin erteilte der Kaiser dem Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach den Auftrag eine repräsentative Schlossanlage über den Trümmern der alten Gatterburg zu errichten.

Kaiserin Maria Theresia gab den Auftrag zum Umbau des Schlosses

Aber erst 1743 wurde das Schloss Schönbrunn in seiner uns heute bekannten Form von Kaiserin Maria Theresia umgebaut. In den Jahren 1743-1749 ließ diese durch ihren Hofarchitekten Nikolaus von Pacassi dem Gebäude ein zusätzliches Stockwerk aufsetzen und erneuerte gleichzeitig den Großteil der Inneneinrichtung der kaiserlichen Appartements im Rokoko-Stil.

Erweiterung des Schlossparkes, Gründung des Tiergartens

In dieser Zeit wurde zudem der Schlosspark erweitert, ein Schlosstheater angelegt und nur kurze Zeit später im Jahr 1752 der Tiergarten gegründet.

Sommerresidenz der Kaiserfamilie und Mittelpunkt der Habsburger

Von dieser Zeit an wurde Schönbrunn die Sommerresidenz der herrschenden Kaiserfamilien und der Mittelpunkt des kulturellen und politischen Lebens der Habsburger. Auch weil sich der Habsburger Hof über die heiße Jahreszeit gerne außerhalb der Wiener Innenstadt aufhielt, da die sanitären Bedingungen dort sehr zu wünschen übrig ließen.

Die Ära Franz Joseph und seine Sissi

Erst ab der Ära von Franz Joseph und seiner Sissi änderte sich das. Er pendelte anfangs zwar täglich von Schönbrunn aus mit dem Fiaker in die Hofburg, doch in seinen letzten Lebensjahren bewohnte Franz Joseph ganzjährig das Schloss Schönbrunn.

Dann Wohnsitz der kaiserlichen Familien

Die Räume im Schloss dienten einst den kaiserlichen Familien zum Wohnen, außerdem sollten die prachtvollen Räume die Macht der damals dort lebenden Habsburger repräsentieren. Trotz dessen, dass die Räume in verschiedenen Epochen entstanden und alle in unterschiedlichen Stilen gehalten sind, bilden sie trotzdem ein einheitliches Ganzes.

Die prachtvollen Räumlichkeiten des Schlosses

Die große Gallerie beispielsweise ist das Herzstück des Schlosses und ist im Rokoko-Stil gehalten. Sie diente damals wichtigen Veranstaltungen und Bällen.

Die kleine Galerie des Schlosses hingegen wurde meist für familiäre Anlässe genutzt. Aufgrund dessen, dass man die Wände Mitte des 19. Jh. Mit einer Weissfassung und reichen goldenen Rokoko-Rocaillen überzog, erscheint der Saal auch heute prachtvoller denn je.

Im Spiegelzimmer hat man aufgrund der Kristallspiegel, die sich gegenseitig reflektieren den Eindruck, man würde einen endlos langen Korridor vor sich haben.

Das Billiardzimmer war einer der ersten Privaträume des Kaisers Franz Joseph. Das Mobiliar beschrieb seinen Alltag, so auch das Biiliardspiel, welches an den Höfen sehr beliebt war. Der schwere Billardtisch im Biedermeierstil in der Mitte des Raumes diente den Gästen aus Politik und Militär als Zeitvertreib, während sie auf die Audienz mit dem Kaiser warteten. 

Die für die Öffentlichkeit zugänglichen Räume werden jährlich von Millionen von Menschen besucht, das bringt zwar Geld für die Restaurierung, allerdings wird die wertvolle und empfindliche Einrichtung dadurch auch sehr belastet.

Bedeutung für den Tourismus

Schönbrunn gilt als eines der meistbesuchten Tourismusziele in Österreich. 

Jährlich besuchen etwa 6,7 Millionen Menschen diese einzigartige Sehenswürdigkeit samt seinem Tiergarten und den beeindruckenden Gartenanlagen. Das Schloss und der etwa 160 ha große Park sind seit 1996 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Eine weitere besondere Attraktion, die das Anwesen zu bieten hat, ist der im Schlosspark älteste noch bestehende Zoo der Welt: Der Tiergarten Schönbrunn. Dieser umfasst ca. 16 ha. Die Gloriette im Schlossgarten ist außerdem eine besondere Attraktion, da sie die Größte aller Glorietten und damit auch eine der berühmtesten der Welt ist.

Führungen durch das Schloss 

Als Besucher des Schlosses hat man die Möglichkeit verschiedene Führungen oder Touren in Anspruch zu nehmen. Man kann entweder einen Fremdenführer buchen, mit dem man dann zusammen die Schauräume als auch den dazugehörigen Schlosspark besichtigen kann, oder aber man entscheidet sich dazu das Schloss per Audioguide zu erkunden. 

Dabei hat man die Möglichkeit zwischen verschiedenen Touren zu wählen. Sie unterscheiden sich dabei meist in der Anzahl der zu besichtigenden Räume oder haben ein spezielles Themengebiet, was auf der Führung besonders im Mittelpunkt steht.

Es ist nicht nur ein effizienter, sondern auch ein unterhaltsamer Weg das Schloss und seine Geschichte auf diese Weise besser kennen zu lernen. Ein Fremdenführer kann einem dabei alle Fragen über Wien, das Schloss sowie seine Geschichte beantworten. Möchte man den Schönbrunner Schlosspark oder den Tiergarten besichtigen hat man die Möglichkeit dies mit einer Fiaker Rundfahrt, oder einer Rundfahrt auf der Schönbrunner Panoramabahn zu verbinden.

Mehr Bilder zum anschauen

Diesen Artikel weiterempfehlen:Sie dürfen diesen Artikel gerne über social media teilen oder per eMail versenden.
Um auf diesen Beitrag einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie angemeldet sein.
Bitte klicken Sie hier um sich anzumelden, oder hier um sich einzuloggen.